Wenn nicht gerade in einem besonderen Projekt gearbeitet wird, zieht schnell die Routine und die Selbstverständlichkeit ein. Wir vergessen zu loben und die Arbeit anderer anzuerkennen. Das kann bittere Folgen nach sich ziehen. Denn wenn Menschen keine Anerkennung und kein Loben für ihr Tun bekommen, lässt die Motivation nach, die Leistung geht zurück und im schlimmsten Fall kündigt er oder sie innerlich. Das muss aber nicht sein und lässt sich schnell ändern. Wie erfährst du in der heutigen Episode!

Letztens haben wir einen Vergleich in einem Workshop gehört, der uns kurz sprachlos gemacht hat: Im Büro ist es wie beim Boxen: Es gibt ständig was auf die Nase. Traurig…

Das kommt daher, dass vor allem eines im Büroalltag untergeht: Lob. Manches Mal scheint es, als ob die Abwesenheit von Kritik bereits Anerkennung genug ist. Dabei ist Lob nicht nur das beste Motivationsmittel, sondern vor allem ein richtiger Kreativitätsbooster. Aber Achtung: Gut gemeintes Lob kann schnell auch nach hinten losgehen, wenn es falsch formuliert wird.

Der Unterschied zwischen Lob und Anerkennung

  • Lob ist eine spontane Wertschätzung, ähnlich wie ein Schulterklopfen,
  • während Anerkennung eine Haltung ist. Bei Anerkennung wird die Qualität der gesamten Arbeit respektiert. Es bezieht sich nicht auf einen Einzelfall, sondern auf das Gesamtbild.

Eine Befragung in Ö und D macht sichtbar, wie wenig im Job gelobt wird: So gaben 60% der Befragten an, dass sie nur einmal im Monat oder seltener Lob erhalten. Im Unterschied dazu glauben aber 81% der Chefs, dass sie häuft Lob und Anerkennung aussprechen. Generell wünschen sich 9 von 10 Befragten mehr Lob.

Am seltensten wird im Mittelmanagement gelobt.

Dabei ist Lob so wichtig, wie andere Studien zeigen:

  • Menschen, die nicht gelobt werden, neigen dazu, Fehler zu vertuschen.
  • Fehlende Wertschätzung führt zu mehr Stress und dadurch zu mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Leiden.

Richtig loben: So geht’s

  • Lob muss ehrlich sein und klar sein, warum er/sie sich das Lob verdient hat. Zudem ist jedes Kompliment nur soviel wert, wie der Mensch, der es ausspricht. Wichtig ist deshalb, bei den Fakten zu bleiben und weder zu über- noch zu untertreiben.
  • Zeig ehrliches Interesse. Stelle Fragen, versuche die verschiedenen Dinge zu verstehen und wertschätze das Tun.
  • Bitte um Rat: das ist die subtilste Form des Lobes. Dadurch kann der andere sein Können und Wissen zeigen.
  • Überrasche den anderen: sei kreativ und siehe das, was gerne übersehen wird.

Eigentlich ist es ganz einfach: Ein handgeschriebene Zettel, eine E-Mail, ein kurzer Anruf, Schulterklopfen. All diese kleinen Zeichen sind extrem wirkungsvoll, weil sie zeigen, dass sich der andere Zeit genommen hat und menschliche Nähe ausstrahlt.

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