Hier sind vier Strategien:

1. Finde das Unbekannte im Bekannten.

Eine Möglichkeit, neugieriger zu werden, besteht darin, Erwartungen und Annahmen über „scheinbar“ bekannte Ereignisse absichtlich zu vermeiden. Es geht darum, das Unbekannte im Bekannten zu entdecken. Dazu müssen wir lernen, Urteile zu vermeiden und sich darum zu kümmern, wie die Dinge sind – nicht, wie wir es erwarten.

In einer Studie baten die Forscher die Probanden, dass sie etwas tun, dass sie an sich gar nicht mochten. Dabei sollten sie auf drei Merkmale achten, die neu für sie waren. Diese kleine Übung veränderte die Art und Weise, wie sie die Aktivität betrachteten und empfanden. Beispielsweise hat Bodybuilder zum Häkeln begonnen. Er berichtete über drei neuartigen Entdeckungen: 1) der Prozess wäre sehr anspruchsvoll (er hatte nicht erwartet, dass diese “leichte” Aufgabe ihn ermüden würde); 2) dass häkeln meditativ ist („Zeit verflog“); und 3) die Häkelarbeit sehr präzise sein kann.

Dieses kleine Experiment kann auf jede Aktivität in deinem Leben angewendet werden. Überlege, was dich in deinem Leben nicht so interessiert, das du aber trotzdem machen musst. Suche dann nach drei Dingen, die dir noch nicht bewusst dabei waren.

2. Lasse Angst und Unsicherheit zu

Wir wollen selten Angst und Anspannung erleben. Untersuchungen aber zeigen, dass diese Emotionen oft zu den intensivsten und längsten positiven Erlebnissen führen. Menschen, die neue und risikoreiche Aktivitäten zulassen, sind glücklicher als Menschen, die sich auf das Vertraute verlassen.

Die meisten von uns glauben fälschlicherweise, dass Sicherheit uns glücklicher macht als Unsicherheit. Stell dir aber mal folgendes vor: Wie wäre es, zu einem Fußballspiel zu gehen und zu wissen, dass dein Team gewinnen wird? Wenn du das Ergebnis im Voraus kennst, ist der Nervenkitzel verflogen, wir sind schnell gelangweilt, weil die Spannung, was als nächstes passieren wird, fehlt.

3. Baue neues Wissen auf.

Wissen öffnet unsere Augen für interessante Dinge, die wir nicht wissen. Die Person, die gut und gerne Klavier spielt, hört beispielsweise in einem Klavierkonzert mehr Nuancen als die Person, die den Violinschlüssel nicht vom Bassschlüssel unterscheiden kann. Wenn du wirklich neugierig sein willst, dann vergrößere deinen Wissensstand.

4. Mache ein Spiel draus.

Wir können fast jede Aufgabe spielerisch gestalten, egal wie monoton eine Arbeit ist. Das hat ein Fließbandarbeiter in einer Kartoffelchipsfabrik eindrucksvoll bewiesen: Seine Aufgabe bestand darin sicherzustellen, dass die auf dem Förderband abrollenden Chips gleichförmig und ästhetisch ansprechend waren, bevor sie eingesackt wurden.

Dieser Mann fand den Job trostlos. Also entwickelte er ein Spiel, das es interessanter machte: Er suchte nach Kartoffelchips, die berühmten Persönlichkeiten ähnelten, und machte daraus eine Sammlung (Elvis, Charles Manson, Marilyn Monroe und Jimi Hendrix). Weil er ständig seltsame und bizarre Formen nach Ähnlichkeiten mit Prominenten suchte, verflogen die Tage nur so.

Hier sind einige einfache Möglichkeiten, um den Neugiermuskel zu trainieren:

  • Beim Aufwachen: Betrachte alles aus neuen Augen: Suche nach Dingen bei deinem Partner oder in der Familie, die du zuvor vielleicht noch nicht gesehen hast.
  • Beim Sprechen: Bemühe dich, offen zu bleiben, was auch immer geschieht – ohne anzunehmen, zu verurteilen, zu beurteilen oder zu reagieren. Stelle weitere Fragen und hör aufmerksam zu.
  • Beim Fahren: Anstatt sich täglich auf denselben Weg zu begeben, beobachte mal bewusst, wie sich andere Menschen im Verkehr verhalten. Überlege, was beispielsweise der Fahrer im Nebenauto wahrscheinlich als nächstes tun wird.
  • Beim Arbeiten: Suche nach Möglichkeiten, dich herauszufordern und dich auf eine Weise einzubringen, die dein Interesse weckt und großartige Ergebnisse hervorbringt. Frage dich: Was ist hier interessant? Wie kann ich mehr Spaß erleben?

Beginne damit, jeden Tag fünf Minuten Ihrer Neugierde zu widmen.

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