Die größten Fehlerquellen beim Brainstorming und wie ihr sie vermeiden könnt.

Brainstorming ist wohl mit Abstand die bekannteste Kreativitätsmethode. Viele meinen jedoch, dass Brainstorming gar nicht funktioniert. Stimmt das? In dieser Folge schauen wir uns ein paar Tipps und Tricks an, wie Brainstorming wirklich funktionieren kann.

1. Problem: Es kommen kaum Ideen aus der Gruppe

In einem klassischen Brainstorming werden Ideen laut und schnell herausgeschrien. Ziel ist die Quantität. Problem: Oft gibt es nur ein paar wenige Personen, die Ideen herausschreien, die vorher nicht gut durchdacht sind.

Lösung: Stärke die Ideen von Einzelpersonen
Kreativität entsteht aus einer Mischung von Einzel- und Gruppenideen. Gib deswegen den Teilnehmern auch vorab etwas Zeit, über die Problemstellung nachzudenken.

2. Problem: Ideen werden gleich getötet

Viele Brainstorming-Sitzungen starten nie richtig los, weil jede Idee gleich anfangs “getötet” wird.

Übung aus Impro-Theater:
Das kann geübt werden, nehmt ein unverfänglich Beispiel, z.B. wohin der nächste Urlaub gehen soll.
Teilnehmer macht laufend Vorschläge wie “Wir könnten im Sommer nach XY fahren…”. Alle anderen Teilnehmer widersprechen laufenden den Vorschlägen und finden Gründe, warum das nicht gut ist.
Dann dreht sich das Spiel um, der Teilnehmer macht wieder Vorschläge aber jetzt versuchen alle die Vorschläge aufzugreifen: “Wir könnten Camping in Frankreich machen” “Ja! Und dabei machen wir eine Rundreise durch das ganze Land!”

3. Problem: Die Ideengeber sind wichtiger als die Idee selbst

Wenn jemand den Ruf hat, schlau oder kreativ zu sein, werden seine Ideen häufig überbewertet.

Lösung: Ideen stehen für sich
Es geht um die Idee, nicht um die Person dahinter. Das sollte man am Anfang klar machen. Andere Möglichkeit: Anonym Ideen aufschreiben und gar nicht fragen, von wem diese ist.

4. Problem: Gruppendenken

Das kollaborative, ermutigende Umfeld eines Brainstormings fühlt sich gut an, führt jedoch manchmal dazu dass immer nur die gleichen Ideen entstehen und sich die Gruppe zu sehr in ein Richtung bewegt.

Lösung: Der Design Thinking Prozess liefert euch Insights und eine Fragestellung. Schaut euch diese Zwischenergebnisse vor dem Brainstorming an, um beim Thema zu bleiben.

5. Problem: Keine Ergebnisse

Am schlimmsten ist, dass Brainstorms zu einem Stapel Haftnotizen führen – und zu nichts anderem. Es soll aber von einer abstrakten Idee zur konkreten Umsetzung führt.

Lösung: Jederzeit Ideen zum Prototyp führen
Wenn ihr eine gute Idee habt, dann testet diese gleich und erstellt einen Prototyp. Danach herrscht Klarheit darüber, was als Nächstes zu tun ist.

So geht ihr beim Brainstorming vor:

Vorbereitung

  1. Definiere das Ziel bzw. die Herausforderung und überlege, wann die Session ein Erfolg wäre
  2. Wähle die richtigen Leute: Suche Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund
  3. Recherchiere Hintergrundinformationen und identifiziere vorab die Bedürfnisse und Motivationen (Design Thinking!)

Währenddessen

  1. Verzichte auf Bewertungen und auch auf Sarkasmus
  2. Baue auf den Ideen anderer auf – denke mit “Ja, und” nicht “Ja, aber”

Danach

  1. Bewerte die Ideen anhand von Kriterien wie Machbarkeit, Wünschbarkeit und Wirtschaftlichkeit
  2. Prototyping: Kombiniere, erweitere und verfeinere die Ideen in Form von Modellen oder Skizzen

Mach mit!

Was sind deine Gedanken zum Thema dieser Folge?

Diskutiere auf Instagram, YouTube und in unserer Facebook-Gruppe mit!

Weitere Episoden zu diesem Thema