Die 5 Phasen der Veränderung nach Kübler-Ross

Veränderung gehört einfach zum Leben dazu. Und Veränderungen können viele positive Effekte haben. Und trotzdem fällt es den meisten Menschen schwer, Veränderungen zu akzeptieren. Dieser Artikel beleuchtet anhand der drohenden Klimakatastrophe die Kübler-Ross-Veränderungskurve, die dabei hilft, die verschiedenen Stufe und Phasen von Veränderungsprozessen besser zu verstehen.

Die Kübler-Ross-Veränderungskurve, die vielen als die 5-Stufen-Sterbekurve bekannt ist, ist ein Modell, das aus den verschiedenen Ebenen von Emotionen besteht, die eine Person durchlebt, die sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen muss. Denn nicht nur bei dem Thema Tod, sondern auch ganz allgemein bei Veränderungen ist dieses Konzept bzw. Modell gültig. Die 5 Stufen sind übertragbar und können von Person zu Person variieren.

Die 5 Phasen im Detail

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir uns nicht linear oder schrittweise entlang der Stufen bewegen. Eine Person bewegt sich in der Regel in zufälliger Reihenfolge in den verschiedenen Phasen. Es kommt sogar mitunter vor, dass sie zu einer vorherigen Phase wieder zurückkehrt. Auch kann jede Phase unterschiedlich lang dauern. Es ist möglich, dass eine Person in einer bestimmten Phase stecken bleibt und von dort nicht weiterkommt.

Phase 1: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Das Stadium des Schocks oder der Verweigerung ist normalerweise das erste Stadium des Kübler-Ross-Modells und dauert meistens nur kurz an. In dieser Phase wehren wir die Veränderung ab, bis wir soweit sind, die Realität zu verarbeiten. Diese Abwehrmechanismen können sein, dass wir vielleicht nicht glauben, was passiert und warum es gerade mit uns passiert. Das kann zu einem Rückgang der Produktivität und der Fähigkeit zum Denken und Handeln führen. Nachdem der anfängliche Schock abgeklungen ist, leugnen wir die neue Realität und konzentrieren uns auf die Vergangenheit. Manche Menschen neigen dazu, lange Zeit im Zustand der Verleugnung zu bleiben und verlieren so den Kontakt zur Realität.

Beispiel Klimakatastrophe: Die Menschen hinterfragen offen die wissenschaftliche Fakten und leugnen den menschengemachten Klimawandel. Durch Diskussionen versuchen die Menschen zu argumentieren, dass es den Klimawandel gar nicht gibt bzw. nicht so schlimm wäre.

Phase 2: Zorn

Wenn die Erkenntnis schließlich in ihrer vollen Wucht zugeschlagen hat und wir den Ernst der Situation verstanden haben, werden wir enorm wütend und zornig und suchen nach einem Schuldigen. Wut kann auf viele Arten manifestiert oder ausgedrückt werden. Während machen einer auf das Leben im Allgemeinen verärgert ist, ist der andere vielleicht auf bestimmte Situationen fokussiert. In dieser Phase sind wir immer gereizt, frustriert und aufbrausend.

Beispiel Klimakatastrophe: Der Zorn richtet sich gegen die Verursacher der Klimakatastrophe wie beispielsweise die Unternehmen, die von der Zerstörung unseres Planeten Profit schlagen, die Politiker, die nichts dagegen tun, oder auch einzelne Menschen, die die Umwelt zerstören, weil sie beispielsweise viel mit dem Flugzeug fliegen, SUVs fahren oder ähnliches. Der Zorn kann sich aber auch gegen einen selbst wenden.

Phase 3: Verhandeln

Wenn wir das Stadium des Zorns verlassen, fangen wir damit an, Wege zu suchen, um das Unvermeidliche hinauszuschieben und nach einem Ausweg zu suchen. Diejenigen, die nicht dem Tod, sondern einer anderen Veränderung ausgesetzt sind, versuchen in dieser Situation zu verhandeln und einen Kompromiss zu finden.

Beispiel Klimawandel: In dieser Phase sehen wir ein, dass etwas getan werden muss. Aber oft beschränkt sich das Handeln nur auf symbolische Tätigkeiten oder auf einen kleinen Ausschnitt. In dieser Phase beginnt die Hoffnung, etwas verändern zu können.

Phase 4: Depression

In dieser Phase herrschen vor allem die Gefühle von Traurigkeit, Angst, Bedauern, Schuldgefühle und andere negative Emotionen. Möglicherweise haben die Betroffenen in der Zwischenzeit vollständig aufgegeben und fühlen sich jetzt in einer Sackgasse gefangen, aus der es kein Entrinnen gibt. Wir empfinden dann Gleichgültigkeit, ziehen uns zurück, stoßen andere weg von uns und wollen nur mehr Ruhe. Diese Phase ist der tiefster Punkt. Häufige Anzeichen sind Traurigkeit, Energieverlust, Demotivation, Verlust des Vertrauens in Gott usw.

Beispiel Klimawandel: In dieser Phase wird uns so richtig bewusst, dass wir mit voller Kraft auf die Zerstörung unseres Planeten zubewegen. Eine gute Metapher zeigt ein Auto, das sich mit 100km/h auf eine Betonwand zu bewegt. Der Aufprall ist unausweichlich, aber wir sehen alles in Zeitlupe und können nichts mehr tun.
Wir beginnen zu begreifen, dass es zu spät ist und dass sich das Leben auf der Erde massiv verändern wird.

Phase 5: Zustimmung/Akzeptanz

Wenn wir erkennen, dass der Kampf gegen die Veränderung, nichts bringt, beginnen wir uns mit der Situation abzufinden und sie zu akzeptieren. Die resignierte Haltung mag kein glücklicher Zustand sein, aber sie ist einer, in dem die wir aufhören, uns der Veränderung zu widersetzen. Während einige völlig resignieren, versuchen andere die verbleibende Zeit zu nutzen und neue Möglichkeiten zu erkunden.

Beispiel Klimawandel: Die Phase der Akzeptanz bringt uns zum ersten Mal ins Handeln. Wir geben uns nicht mehr einem sinnlosen Leugnen, aggressiver Wut, kindlichem Verhandeln oder lähmender Depression hin – sondern akzeptieren, dass es ist, wie es ist. Wir stimmen einschneidenden Maßnahmen zu, die notwendig sind, das Schlimmste zu verhindern.

Geht zum Klimastreik!

Am 20. September und 27. September finden weltweit große Demonstrationen für eine realistische Antwort auf die drohende Klimakatastrophe statt.

Unsere Bitte: Geht in auf die Straße, z.B. in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und zeigt der Welt, wie wichtig die globale Klimagerechtigkeit ist!

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