Die Was-Wie-Warum-Methode

Empathie erfordert, dass wir unser Denken, unsere Kultur, unser Wissen, unsere Meinungen und unser Weltbild gezielt beiseite legen, um die Erfahrungen anderer Menschen zu verstehen. Es erfordert ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen und auch Demut. Dabei machen wir uns der Bedürfnisse, Wünsche, Motivationen und Ziele anderer bewusst.

Es gibt eine Methode, die wir gerne nutzen, um uns schneller in die Personen, die wir beobachten und deren Denken wir tiefer erforschen wollen, einzufühlen. Die Was-Wie-Warum-Methode bzw. im englischen What – How – Why.

So gehst du am besten bei dieser Methode vor:

Nachdem du eine Person beobachtet hast, machst du dir folgende Gedanken:

  1. „Was“: Was genau hast du beobachtet? Was hat die Person getan oder was tut sie gerade? Was passiert dabei? Nutze vor allem viele Adjektive für die Beschreibung und versuche, so konkret wie möglich zu sein.
  2. Wenn du das Was definiert hast, überlege dir genau, „wie“ die Person das tut, was sie tut. Zum Beispiel: Strengt sich die Person sehr an? Runzelt sie die Stirn? Oder wirkt sie freudig erregt und glücklich? Was ist deine erste spontane Meinung dazu? Du kannst dabei auch in dich selbst spüren und darauf achten, welche Gefühle bei dir aufkommen, wenn du diese Person beobachtest.
  3. Beim „Warum“ interpretierst du dann das Gesehen: Welche emotionalen Treiber könnten hinter diesem Verhalten stecken? Möglicherweise runzelt die Person bei der Ausführung einer Aufgabe die Stirn, weil sie skeptisch ist. Oder sie lächelt, weil sie sich über den Anblick einer Sache so freut. Was könnte der Grund, der Auslöser für die Reaktion sein?
  4. Wenn du all diese Dinge aufgelistet hast, geht es nun darum, zu überlegen, ob das Warum, also deine Interpretation, auch tatsächlich stimmt. Wenn möglich fragst du dazu am besten die Person selbst, was ihn/sie tatsächlich bewegt hat, so zu handeln, wie er/sie es getan hat. Achte dabei darauf, keine Suggestivfragen zu stellen à la: „Sie ärgern sich über das Unternehmen, weil die Website nicht funktioniert, oder?“ Stelle lieber offene Fragen: „Sie haben die Stirn gerunzelt und sehr oft geklickt. Was hat Sie dazu bewegt?“
Empathie aufzubauen ist am Anfang wirklich nicht einfach und erfordert einiges an Übung. Mit der Was – Wie – Warum-Methode kannst du aber gezielt und methodisch vorgehen und bekommst so einen schnelleren Zugang zum Gesehenen. Aber auch hier macht Übung den Meister.

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